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Ausbildung

Ausbildung

Die Ausbildung von Hundeführer und Hund dauert üblicherweise mehr als zwei Jahre, bevor das Team einsatzbereit ist. Einsätze finden in der Regel am 24. Dezember, während der Feier zur goldenen Hochzeit der Erbtante, nach einem langen und ermüdenden Arbeitstag oder zu Beginn eines wichtigen Sportereignisses statt.

Im Einsatz noch mehr als im Training ist der Hundeführer gefordert, längere Märsche durch unwegsames Gelände zu absolvieren, auf Trümmerberge zu klettern, Wartezeiten zu überstehen, und anschließend noch verantwortungsbewusst und zielgerichtet seinen Auftrag zu erledigen.

Ohne ausreichende körperliche und geistige Fitness gefährdet der Hundeführer in diesen Situationen sich und andere Menschen, und stellt den Erfolg des Einsatzes (oder des Trainings) in Frage. Jeder Hundeführer ist im Training ein wichtiger Teil der Ausbildung der anderen Hunde. Die Bereitschaft zur Teamarbeit ist daher auch im Training eine wichtige Voraussetzung.

Die engagierte und effektive Arbeit in einer Rettungshundestaffel erfordert einen hohen zeitlichen Aufwand:

Zu dem regelmäßigen Training für Hund und Hundeführer im Gelände und auf dem Geräteplatz kommt eine – ebenfalls regelmäßige – umfangreiche theoretische Ausbildung in verschiedenen Bereichen auf den Hundeführer zu. Hinzu kommen weitere Lehrgänge, Sondertrainings, Prüfungen, Veranstaltungen und – nicht zuletzt – natürlich die Einsätze.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der finanzielle Aufwand:

Die Rettungshundestaffel Hamburg und Harburg arbeitet ehrenamtlich, und finanziert sich nur aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Einsätze leisten wir vollständig unentgeltlich. Der Hundeführer muss bereit und in der Lage sein, für sich und seinen Hund eine angemessene Ausrüstung für Training und Einsatz zu finanzieren. Hinzu kommen Fahrtkosten zu den Trainings- und Einsatzorten, und viele Kleinigkeiten mehr. Einsätze und Training finden ganzjährig statt, die Ausrüstung – auch für den Hund – muss also für jede Witterung geeignet sein. Im Training muss die Kleidung auch mal längeren Kontakt mit nassem Boden überstehen, für den Einsatz sind neben einer Uniform viele Kleinigkeiten wie Taschenlampe oder Kompass erforderlich.

Wie sollte ein Rettungshund aussehen? Welche Rasse sollte es sein? Die Antwort auf beide Fragen: EGAL! Rasse, Aussehen und Geschlecht des Hundes sind nicht wichtig.

Von Vorteil ist eine mittelgroße Rasse, aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel:

Kleine Hunde können möglicherweise besser bei der Trümmersuche eingesetzt werden, große Hunde haben eventuell einen Vorteil in der Fläche. Unbedingt erforderlich ist nur, dass der Hund gesund und gut sozialisiert ist, er muss mit Mensch und Tier gleichermaßen gut zurecht kommen, denn der Hund ist ein Teil des Teams. Ein gleichgültiger Hund kann kein Rettungshund werden, er muss gut motivierbar, neugierig und aufgeschlossen sein.
Ein Mindestalter gibt es nicht, auch ein Welpe kann schon an seine neue Aufgabe heran geführt werden. Auch ein Höchstalter ist nicht festgelegt.

Allerdings ist es von Vorteil, wenn der Hund nicht älter als fünf Jahre ist:

Die Ausbildung dauert voraussichtlich 2 bis 3 Jahre, und mit etwa 10 Jahren hat der Hund das „Rentenalter“ erreicht.

Die gesamte Ausbildung des Hundes beruht auf Motivation, und wird nur mit Spiel und Spaß durchgeführt, da zwischen dem Hund und seinem Führer ein beidseitiges, tiefes Vertrauensverhältnis bestehen muss, das durch Zwang nicht herzustellen ist.

Der Hund lernt, selbständig und mit Freude eine Person zu finden. Dabei ist es dem Hund egal, ob es sich tatsächlich um die gesuchte Person handelt, denn er zeigt seinem Hundeführer jede Person (z. B. auch Spaziergänger) an, die sich in dem Suchgebiet befindet. Nur der Maintrailer sucht eine bestimmte Person, ist aber in Flächen dem Flächenhund in der Geschwindigkeit weit unterlegen.

Durch ständiges Training mit dem Hund lernt der Hundeführer, die Körpersprache des Hundes richtig zu deuten. So ist es dem Hundeführer möglich, die Signale des Hundes (z. B. beim Fund einer toten Person) richtig zu verstehen. Der Hund lernt beim Training, immer neue, ungewöhnliche Situationen erfolgreich zu meistern.

Je nach Alter, Veranlagung und Vorbildung des Hundes kann es zwei bis drei Jahre dauern, bis das Team die erste Prüfung ablegen kann, und damit die Einsatzfähigkeit bestätigt. Diese Prüfung muss jährlich wiederholt werden.

Die Ausbildung eines Hundes zum Rettungshund lässt sich in Abschnitte unterteilen, die zum Teil auf einander aufbauen, in einigen Bereichen aber auch parallel erarbeitet und vertieft werden.